Die Geschichte des Juz

Die (halbe) Geschichte unserer Suche

Über die letzten Jahrzehnte hinweg gab es immer wieder Gruppen, die ein selbstverwaltetes Jugendzentrum von der Stadt gefordert haben.
Bis heute gibt es aber nur zwei Jugendtreffs der Stadt Neustadt, die eng sozialpädagogisch betreut werden, den jeweiligen Stadtteil als Zielgruppe haben und zudem ziemlich ausgelastet sind.

Seit Mai 2017 setzen wir uns für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Neustadt ein.
Wir haben Gespräche geführt, Konzepte erarbeitet, Gelder, Möbel und Unterschriften gesammelt, Immobilien besichtigt, Ideen verworfen und neue Mitstreiter*innen gewonnen. Wir arbeiten auch eng mit der „StadtschülerInnenvertretung der Stadt Neustadt a.d.W.“ zusammen. Außerdem hat der Jugendhilfeausschuss (Ein Ausschuss des Stadtrats) einen Arbeitskreis mit Vertretern verschiedener Organisationen einberufen um uns bei der Suche zu unterstützen. Gemeinsam haben wir den JUZ Kongress veranstaltet, um Interessierte zu informieren und ein Konzept auszuarbeiten. Beraten wurden wir von Vertretern von „JUZ United“, einem Verband von über 100 selbstverwalteten Jugendzentren im Saarland.

Wir haben dem Oberbürgermeister über 1000 Unterschriften unter der Forderung nach einem Jugendzentrum überreicht. Wir haben 1000€ von der Metropolregion RheinNeckar überreicht bekommen und nochmal 500€ beim Jugendengagementwettbewerb RLP in Mainz entgegengenommen. Auch der Stadtrat hat uns Gelder zur Verfügung gestellt. Doch ohne eine Immobilie schien jede Möglichkeit, die uns diese Mittel eröffnen, noch auf Eis gelegt.

Die (halbe) Geschichte unseres Erfolges

Nach 3 Jahren Suche haben wir uns zusammen mit der Stadtverwaltung Neustadt endlich auf eine (Übergangs-)immobilie einigen können. Im ehemaligen Königreichssaal (Gerichtstraße 6a) findet seit März 2020 ein ordentlicher Juz-Betrieb statt.

Zur Einstimmung fanden sich am Donnerstag, den 29.08. 20 Jugendliche; darunter auch ein paar der EJN ganz unbekannte Gesichter zusammen, um einen Arbeitsplan aufzustellen und eine vorläufige Planungsgruppe zu gründen. Dann wurden fleißig Möbel gesammelt und umgeräumt, Dienstpläne verteilt, Gruppen und Angebote untergebracht und alles was sonst noch anfällt.

Aktuelle Termine findest du auf der Startseite.

Die Engagierte Jugend Neustadt e.V. trägt Gebäude rechtlich, d.h. der Verein hat den Mietvertrag unterschrieben und steht so der Stadt als Ansprechpartner zur Verfügung. Trotzdem ist die Planungsgruppe des Juz von der EJN unabhängig. Keine Mitgliedschaften oder Verpflichtungen sind nötig.

Trotz Allem ist das Gebäude nur eine Übergangslösung, da zum Einen die Räumlichkeiten noch einiges vermissen lassen (so zum Beispiel eine Küche) und zum Anderen das Gebäude in (noch) ferner Zukunft wahrscheinlich eine neue, städtische Nutzung erhält.


Warum ein Jugendzentrum?

Jugendliche brauchen einen Ort um sich entfalten zu können. Sie brauchen einen Ort, um abseits von Lokalen und Cafés einen konsumzwanglosen Raum haben, um sich zu treffen und sich auszuleben. Ein einfacher Grund ist, dass jeder Jugendliche in Neustadt einen Ort kennen sollte, der ihm nicht nur Raum gibt seine Freizeit zu gestalten, sondern bei dem er auch mitentscheiden kann wie er sich entwickelt. Aber auch Jugendengagement und Partizipation brauchen Raum sich auszuprobieren. In einem selbstverwalteten Jugendzentrum liegt es einmal in der Hand der Jugendlichen selbst für sich Möglichkeiten zu schaffen, unterstützt möglicherweise von einer FSJ-Kraft und erfahrenen Freunden und Unterstützern.

Die Engagierte Jugend Neustadt und alle die ein solches Jugendzentrum fordern, schätzen auch die bestehenden Angebote der Stadt Neustadt, wie z.B. das Jugendcafé und die restliche Arbeit des Teams offene Jugendarbeit. Aber all das ist nicht der Ansatz, den wir für Neustadt fordern. Uns geht es nicht um Betreuung oder Angebote für Jugendliche.

Es geht um Raum von Jugendlichen für Jugendliche. Deshalb sollte ein solcher Raum auch ausreichend ausgestattet sein, um solchen Freiraum zu bieten.